Corona-Virus: BStBK setzt sich für den Berufsstand ein

Berlin, 18. März 2020

Bundesministerium der Finanzen

11016 Berlin

 

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Dringend: Steuer­berater als system­relevanten Beruf einstufen

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Dynamik der Corona-Krise lässt aktuell eine auch für Deutschland bevorstehende Ausgangs­sperre befürchten. Vor diesem Hinter­grund appellieren wir heute an Sie, sich dafür einzusetzen, dass Steuer­berater als system­relevante Berufs­gruppe eingestuft werden.

Steuer­berater sind Organe der Steuer­rechts­pflege und in diesen Tagen mehr denn je erster Ansprech­partner für kleine und mittel­ständische Unternehmen. Diese sind mit Fragen zu Kurzarbeiter­geld, Beantragung von Überbrückungs­krediten, Insolvenz­anträgen, etc. konfrontiert und wenden sich ratsuchend an ihren Steuer­berater. So sind es vor allem Steuer­berater, die ihre Mandanten dabei unterstützen, möglichst ruhig und besonnen die für sie notwendigen Maßnahmen und Aktivitäten einzuleiten (Absprachen mit Mitarbeitern, den Banken, den Kunden und Lieferanten). Schließlich sind es Steuer­berater, die laufende gesamtwirtschaftliche Stabilitäts­faktoren wie Lohn- und Finanz­buchhaltung, Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Lohnsteuer-Anmeldungen etc. absichern.

Selbstverständlich sind auch Steuer­berater sich ihrer Verantwortung als Arbeitgeber bewusst und ermöglichen ihren Mitarbeitern soweit technisch möglich das Arbeiten im Home-Office. Es gilt aber herauszustellen, dass Steuer­beratern nur in den Räumen der Kanzlei die komplette Infrastruktur zur Verfügung steht. Nur hier können sie ihre gesamt­gesellschaftlichen Aufgaben umfassend erfüllen. Wir bitten Sie daher, Steuer­beratern mittels Einstufung als system­relevanter Beruf, auch im Falle einer eventuellen Ausgangs­sperre, den Zugang zu ihren Kanzlei­räumen jederzeit zu ermöglichen.


Mit freundlichen Grüßen


Prof. Dr. Hartmut Schwab

Präsident