DEUTSCHER STEUERBERATERKONGRESS 2020

Presse­mitteilung 007/2020 - Berlin, 11.05.2020

Aufgrund der Corona-Krise musste der DEUT­SCHE STEUER­BERATER­KONGRESS abgesagt werden. Einzelne Teile stellt die  Bundes­steuer­berater­kammer (BStBK) mit dem heutigen Tag aber online zur Verfügung.


In einer Video­botschaft gibt BStBK-Präsident Prof. Dr. Hartmut Schwab Einblicke in die berufs- und steuer­rechtlichen Entwick­lungen, die den Berufs­stand aktuell bewegen. Die ersten Sofort­maß­nahmen der Bundes­regierung lobt Schwab als wichtigen Start­schuss, warnt aber auch vor ziel­losem Aktionis­mus bei neuen Maß­nahmen: „Man kann den Eindruck gewinnen, dass sich hier ein Flicken­teppich von Förder­maß­nahmen ausdehnt. Statt „Weiter so!“ ist es doch nun an der Zeit, echte Konzepte zu entwickeln, wie dieses Land zurück zur alten Stärke gelangt.“ Dies könne laut Schwab über eine Aus­dehnung der Verlust­verrechnung erfolgen. Denn die Deckelung auf 15 Prozent ziele an der unter­nehmerischen Realität vorbei.


Außerdem hebt Schwab hervor, dass es dringend an der Zeit sei, die Krisen­tauglichkeit des Unternehmens­steuer­rechts auf den Prüfstand zu stellen. Mit verein­zelten Instru­menten hilft die Politik den Unter­nehmen nicht aus der Krise, hier ist Syste­matik gefordert. Eine soge­nannte negative Gewinn­steuer ist für Schwab zumindest als temporär einge­setztes Instrument denkbar: „Die Gemein­schaft würde nicht länger nur von unter­nehmerischen Gewinnen profitieren, sondern sich auch an unter­nehmerischen Verlusten betei­ligen müssen. Es käme die viel­zitierte Idee des Staats als „stiller Teilhaber“ zum Tragen. Ein solches Instrument könnte ggf. mit einer rück­wirkenden Steuer­senkung implemen­tiert werden.“


Die Video­botschaft dreht sich aber nicht nur um das Steuer­recht in der Corona-Krise. Schwab geht auch auf weitere Heraus­forder­ungen ein, wie die Anzeige­pflichten für grenz­über­schreitende Steuer­gestalt­ungen und das Vertrags­verletzungs­verfahren der EU-Kommission gegen die Vor­behalts­aufgaben der Steuer­berater.


Als High­light der digi­talen Fach­informa­tionen richtet Bundes­finanz­minister Olaf Scholz eine Video­botschaft an den Berufs­stand. Er gibt u. a. Einblick in die Pläne der Bundes­regierung zur Moder­nisierung der Körper­schaft­steuer. Zudem nimmt BFH-Präsident Prof. Dr. h. c. Rudolf Mellinghoff in seinem digi­talen Gruß­wort u. a. zu den Förder­maßnahmen der Bundes­regierung Stellung. Er fragt, ob einzelne Sofort­maßnahmen den ver­fassungs­rechtlichen Rahmen­bedingung­en ent­sprechen, denn auch eine partielle Steuer­frei­stellung wäre nicht ohne gesetz­liche Grund­lage möglich. Schließ­lich beschäftigt er sich mit dem vor­rangigen Handlungs­bedarf im Steuer­recht, fordert ein Sanierungs­steuer­recht und schlägt vor, dass die neuen Arbeits­formen wie Home-Office, Video- und Internet­nutzung durch realitäts­gerecht be­messene Pausch­beträge ange­messen berück­sichtigt werden sollten.


Die BStBK stellt zudem die Skripte der Referen­ten mit wert­vollen Praxis­hinweisen zu aktuellen Themen auf der Kongress-Website zur Ver­fügung. Das E-Book enthält die Vortrags­unterlagen der Exper­ten, die zum DEUT­SCHEN STEUER­BERATER­KONGRESS als Referen­ten einge­laden waren. Es ist für alle Berufs­träger kosten­los zugäng­lich und kann über die Zugangs­daten, die bei der BStBK und den Steuerberater­kammern abge­fragt werden können, herunter­geladen werden.


Alle Formate sind ab heute unter www.deutscher-steuerberaterkongress.de verfügbar.