Licht und Schatten beim Konjunkturpaket der Bundesregierung

Presse­mitteilung 009/2020 - Berlin, 04.06.2020

Nach Einschätz­ung der Bundes­steuer­berater­kammer hilft die vorge­sehene Aus­weitung des Verlustrück­trags im aktuell vor­liegen­den Konjunktur­paket der Bundes­regierung vielen Unter­nehmen bei ihrer Liqui­ditäts­planung. BStBK-Präsident Prof. Hartmut Schwab ist überzeugt: „Damit die Eigen­kapital­basis unserer Man­danten gestärkt ist und Insol­venzen verhindert werden können, müssen die aktuell entstehen­den Verluste unmittelbar mit Gewinnen aus den Vorjahren ver­rechnet werden können. Neben der nun avisierten betrags­mäßigen Aus­weitung der Verlust­rücktrags­möglichkeit ist nach unserer Auf­fassung aller­dings auch eine zeitliche Aus­weitung des Verlust­rücktrags­zeitraum auf minde­stens zwei weitere Jahre erfor­derlich und sollte bei der gesetz­lichen Umsetzung berück­sichtigt werden.“

Die zusätz­lich in Aussicht gestellte Möglich­keit zur Bildung einer steuer­lichen Corona-Rücklage befür­wortet Schwab eben­falls: „Die Bundes­steuer­berater­kammer hatte in der Vergangen­heit immer wieder darauf hinge­wiesen: Es ist wichtig, dass unsere Man­danten einen gewinn­wirksamen Passiv­posten für die im Jahr 2020 erwarte­ten Verluste bilden können. Und das bereits für den Veran­lagungs­zeitraum 2019. So können Unter­nehmen, die im Jahr 2019 noch erfolg­reich waren, steuer­lich entlastet werden, um die hier­durch gewonnen­en Mittel zur Bewäl­tigung der Krise einzu­setzen. Erfreu­lich, dass der Gesetz­geber unseren Impuls aufge­griffen hat.“

Die geplante Absenk­ung der Mehr­wert­steuer­sätze wird für Unter­nehmen und Ver­braucher einige spürbare Veränder­ungen bringen. Schwab bezweifelt, dass diese Absenk­ung auch in Gänze an die Ver­braucher weiter­gegeben wird. „Mit großer Sorge sehen wir den erheb­lichen Bürokratie- und Um­stellungs­aufwand, der alle Unter­nehmen betreffen wird, denn es handelt sich um ein Massen­verfahren. Die not­wendige IT-Anpassung von Kassen­systemen, Waren­wirt­schafts­systemen, Buch­haltungs­systemen, Fakturapro­grammen etc. wird kaum innerhalb dieser kurzen Zeit – fehlerfrei – realisier­bar sein.“, so Schwab.

Völlig ungeklärt sind viele umsatz­steuer­liche Detail­fragen wie bspw. Fragen zu den Dauer­rechnungen, Anzahl­ungen und Gut­scheinen. Hier appel­liert die Bundes­steuer­berater­kammer an das Bundes­finanz­ministerium, noch bis Mitte Juni 2020 ein ent­sprechen­des Schreiben zur geplanten Um­stellung zu ver­öffen­tlichen.