Pressemitteilung

009/2010
Pressedienst

BStBK lehnt internationale Rechnungslegungsstandards für den Mittelstand ab

Berlin, 09.03.2010



Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) hält die Einführung internationaler Rechnungslegungsstandards für den Mittelstand, wie sie derzeit auf EU-Ebene diskutiert wird, in Deutschland für abwegig. Dies macht sie im Rahmen der EU-Konsultation zum Thema „IFRS for SME“ deutlich, die am 12. März endet. Die Bundesregierung sollte sich aus Sicht der BStBK bei der EU-Kommission dafür einsetzen, dass die anstehende Überarbeitung der EU-Rechnungslegungs­richt­linien in praxistauglicher Weise erfolgt.

Deutschland hat mit der vor kurzem verabschiedeten Bilanzrechtsreform eine weite Öffnung des Handelsrechts für IFRS bewusst vermieden. Erforderlich ist damit nach wie vor ein Einzelabschluss nach HGB, der dem Gläubigerschutz, der Ausschüt­tungs­bemessung und der steuerlichen Gewinnermittlung dient. Für den Mittelstand würde die Anwendung des IFRS für KMU in der Praxis die Erstellung eines weiteren Abschlusses bedeuten. Die Unternehmen hätten damit zusätzliche Kosten zu tragen, jedoch keinerlei Nutzen.

Darüber hinaus lehnt die BStBK das Vorgehen aus formalen Gründen ab. Die Normsetzung auf einem so wichtigen Gebiet wie der Rechnungslegung sollte nicht dem International Accounting Standards Board (IASB) als privatem Standardsetzer überlassen werden, sondern den demokratisch legitimierten Weg gehen.

Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) vertritt als gesetzliche Spitzenorganisation die Gesamtheit der bundesweit mehr als 86.000 Steuerberater, Steuerbevollmächtigten und Steuerberatungsgesellschaften. Neben der Vertretung des Berufsstandes auf nationaler und internationaler Ebene wirkt die BStBK an der Beratung der Steuergesetze sowie an der Gestaltung des Berufsrechts mit. Sie fördert außerdem die berufliche Fortbildung der Steuerberater und die Ausbildung des Nachwuchses.

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