Pressemitteilung

016/2010
Pressedienst

„IFRS für KMU“ widerspricht Mittelstandsinteressen – Gemeinsame Konferenz der BStBK und des DGRV in Brüssel

Berlin, 08.06.2010



Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) und der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) plädieren für eine Modernisierung der EU-Bilanzrichtlinien, lehnen die verpflichtende Anwendung eines internationalen Rechnungslegungsstandards für den Mittelstand (IFRS für KMU) allerdings entschieden ab. Damit würde aus ihrer Sicht die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Mittelstandes eher geschwächt als gestärkt. Auf ihrer heutigen Konferenz in Brüssel verdeutlichen beide Organisationen ihren Standpunkt.

Unter dem Titel "Der Mittelstand im Fokus der Bilanzrichtlinienänderung" diskutieren BStBK-Präsident Dr. Horst Vinken und Dr. Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des DGRV, mit Saskia Slomp von der European Financial Reporting Advisory Group, dem EP-Abgeordneten Markus Ferber (EVP-Fraktion) sowie Dr. Hubert Weis, Abteilungsleiter im Bundesministerium der Justiz, und Prof. Hans-Michael Korth, Vorstandsmitglied der European Federation of Accountants and Auditors und Vizepräsident des Deutschen Steuerberaterverbandes.

„Wenn kleine und mittlere Unternehmen verpflichtet würden, nach IFRS für KMU zu bilanzieren, müssten sie zwingend einen weiteren Abschluss erstellen, der ihnen keinen Mehrwert bringt. Das gilt für Deutschland und für viele weitere Mitglied­staaten. Für den Gläubigerschutz, die Ausschüttungsbemessung und die steuerliche Gewinnermittlung wird weiterhin ein Einzelabschluss nach nationalem Bilanzrecht benötigt“, so BStBK-Präsident Dr. Vinken. Auch DGRV-Vorstand Dr. Eckhard Ott lehnt den IFRS für KMU ab und verweist auf das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie im Auftrag des DGRV: „Eine Zwangsvereinheitlichung auf Basis des IFRS für KMU hätte fatale Folgen für den Mittelstand. Die Harmonisierung würde einerseits keine Vorteile bringen, da der IFRS dem landesspezifischen rechtlichen und wirtschaftlichen Umfeld der Unternehmen nicht gerecht wird. Andererseits hätte der Mittelstand die Umstellungskosten für unzweckmäßige und bürokratische Regeln zu tragen. Deshalb sollten vielmehr die EU-Richtlinien zur Rechnungslegung maßvoll weiterentwickelt werden.“

Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) vertritt als gesetzliche Spitzenorganisation die Gesamtheit der bundesweit mehr als 86.000 Steuerberater, Steuerbevollmächtigten und Steuerberatungsgesellschaften. Neben der Vertretung des Berufsstandes auf nationaler und internationaler Ebene wirkt die BStBK an der Beratung der Steuergesetze sowie an der Gestaltung des Berufsrechts mit. Sie fördert außerdem die berufliche Fortbildung der Steuerberater und die Ausbildung des Nachwuchses.

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